Naturschutz- und Landschaftspflegeprojekt "Kayna-Süd"

Naturschutz mit Biss

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  • Naturschutz mit Biss - Wildpferde und Rinder als Landschaftspfleger

    Die Sicherung und Entwicklung der Vielfalt an Arten und Biotopen in unserer intensiv genutzten Landschaft ist eine zentrale Aufgabe des Naturschutzes in Deutschland und darüber hinaus auch Verpflichtung der Bundesrepublik auf der Grundlage von internationalen Konventionen und Richtlinien der Europäischen Gemeinschaft.

    Naturschutz ist heute nicht allein das Bewahren von Arten und Biotopen. Viele Naturschutzprobleme werden durch die ständige Veränderung der Landschaft infolge zahlreicher Umwelteinflüsse sowie durch das direkte Wirken des Menschen hervorgerufen.
    In unserer intensiv genutzten Landschaft gehören offene Landschaftsteile wie Bergbaufolgelandschaften mit geringer bzw. ohne Nutzung des Menschen heute zu den wertvollsten Naturräumen. Zahlreiche seltene, geschützte und im Bestand bedrohte Tier- und Pflanzenarten finden hier zusagenden Lebensraum. Solche Flächen zu erhalten ist ein vorrangiges Anliegen des Naturschutzes.
    Ohne Zutun des Menschen breiten sich jedoch auf den wertvollen Offenlandflächen hochwüchsige Bäume und Sträucher aus. Dabei geht die Artenvielfalt auf diesen Standorten beträchtlich zurück und andere, zum Teil weniger bedrohte Arten, wandern ein. Auch Bergbaufolgelandschaften unterliegen solchen Veränderungen.

    Zum Erhalt wertvoller Offenlandstandorte auf großen Flächen ist die naturnahe Ganzjahresbeweidung eine der innovativsten Maßnahmen des Naturschutzes in Deutschland. Die kostengünstige Methode eines Beweidungsmanagements mit landwirtschaftlichem Hintergrund schafft und erhält Lebensräume für Vögel und andere Arten, die anderswo in unserer Kulturlandschaft kaum noch geeignete Lebensräume finden und daher bestandsbedroht und geschützt sind.

    Das Projekt einer extensiven Ganzjahresbeweidung durch robuste Weidetierrassen wurde durch den Burgenlandkreis für den Bereich des EU-Vogelschutzgebietes "Bergbaulandschaft Kayna-Süd" initiiert, welches den gesamten Südteil des ehemaligen Braunkohlentagebaus Kayna-Süd einschließt.

    Der Großteil der betreffenden Flächen gehört zum Burgenlandkreis (Gemarkung Reichardtswerben), ein kleinerer Teil zum Saalekreis (Gemarkung Großkayna). Eigentümer der Flächen ist die Stadt Braunsbedra.

    Pferde als Landschaftspfleger