Beweidungsmanagement

Beweidungsmanagement in Kayna-Süd

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    a) Besatz

    Das Beweidungsmanagement im EU-Vogelschutzgebiet "Bergbaufolgelandschaft Kayna-Süd" erfolgt durch den Einsatz von großen Pflanzenfressern wie Pferden und Rindern (sog. Großherbivore), die als Nahrung eine relativ große Biomasse benötigen. Dabei werden seit November 2008 Konik-Ponys und Galloway-Rinder als robuste Weidetierrassen eingesetzt.
    Der Erstbesatz erfolgte mit 39 Konik-Ponys (davon 11 Fohlen) sowie mit 19 Galloway-Rindern und 5 Wasserbüffeln.
    Der ursprüngliche Einsatz der Wasserbüffel hat sich im vorliegenden Fall nicht bewährt, weil durch diese Tiere die zu schützenden Schilfflächen zu stark beansprucht wurden. Nach einer anfänglich positiven Strukturierung des Schilfgürtels wurde dieser jedoch im Verlauf des Winters zu stark verbissen. Deshalb erfolgte ab März 2010 ein Umsetzen der Tiere und ein Großteil der Schilfflächen an den Ufern des Tagebausees wurde ausgekoppelt. Dies erfolgte mit der Zielstellung, die Entwicklung der flächigen Röhrichtbestände, die Bruthabitate für schilfbrütende Vogelarten darstellen, in einer ausreichenden Größe und Ungestörtheit wieder zu entwickeln, da sich infolge Grundwasseranstieg im Tagebausee die ehemals vorhandenen Schilfflächen verkleinert haben.

    Die Beweidung erfolgt sowohl im Innenbereich des Tagebaurestlochs als auch im Bereich der westlichen Außenkippe. Insgesamt mussten dafür ca. 15 km Zaun errichtet werden.

    b) Ernährung der Tiere

    Die Auswahl unterschiedlicher Ernährungstypen von Pflanzenfressern (Galloway-Rinder und Konik-Pferde) in einer Mischbeweidung soll dazu beitragen, eine große Strukturvielfalt innerhalb der Biotoptypen auszuprägen und zu entwickeln.
    Mit dem Einsatz von Galloway-Rindern soll insbesondere eine zielgerichtete Steuerung der Biotopentwicklung durch Wiederaufnahme einer landwirtschaftlich geprägten Landnutzung ermöglicht werden, während die Koniks als "ökologische Stellvertreter" des ausgestorbenen Tarpans durch ihr spezifisches Fraßverhalten in besonderem Maße die Entwicklung unterschiedlich strukturierter Habitate unterstützen (siehe dazu auch robuste Weidetierrassen).

    Das Beweidungsprojekt zielt insgesamt auf einen optimalen Biomasseentzug ab, um speziell die naturschutzfachlich wertvollen Biotope der Offenlandbereiche in ihrer Funktion zu erhalten und zu entwickeln. Durch den Einsatz von Großherbivoren wie Koniks und Galloways soll neben dem spezifischen Verbiss der Grünlandpflanzen auch ein erhöhter Fraßdruck auf die in den vergangenen Jahren stark aufgekommenen Gehölze ausgeübt werden.
    Außerhalb der Vegetationsperiode in den Wintermonaten ergibt sich insbesondere eine deutlich positive Wirkung auf die Biotopstrukturen. Während die Pferde selbst stark überständiges Gras (insbesondere das großflächig im Gebiet vorkommende Landreitgras) verwerten können und auch bereits kurz gefressenen Weiderasen regelmäßig weiter beweiden, nutzen die Rinder in Zeiten des Nahrungsmangels vorrangig Gehölze, die sie dann zum Teil stark verbeißen, "niederreiten" und schälen. Beobachtungen in Kayna-Süd bestätigen, dass sich aber auch die Pferde sehr intensiv am "Schälen" und Verbeißen der Pappeln und Weiden beteiligen. Für einen weiteren Biomasseentzug wirkt das spezifische Verhalten der Pferde, verwertbares Futter, insbesondere bei geschlossener Schneedecke, freizuscharren.
    Prinzipiell sind Art und Anzahl der Großherbivoren mit der Größe und Ausstattung des Gebietes so aufeinander abgestimmt, dass auch im Winter bis zum Beginn der Vegetationsperiode im zeitigen Frühjahr ausreichend Futter zur Verfügung steht. Dabei wird toleriert, dass die robusten Weidetierrassen zum Ausgang des Winters (März/April) ggf. schlechter konditioniert sein können, was auch den natürlichen Verhältnissen wild lebender Tiere entspricht.
    Bei extremen Witterungslagen mit lang anhaltender Schneelage erfolgt jedoch eine Zufütterung. In Kayna-Süd war das in den strengen Wintermonaten 2009/10 erforderlich. Während dieser Zeit erfolgte bei den täglichen Kontrollen eine Versorgung der Tiere mit Stroh, das an zwei gewohnten Futterstellen ausgelegt wurde.

    Das Tränken der Tiere erfolgt über zwei solarbetriebene, witterungsunabhängige Tränken im südlichen Bereich des Beweidungsareals. Dadurch wird die Wasserversorgung der Tiere im Innenbereich bzw. im Erweiterungsbereich der Außenkippe gewährleistet. Des Weiteren werden durch das spezifische Habitatnutzungsverhalten der Herden bestimmte Uferbereiche bevorzugt, an denen die Tiere ebenfalls Wasser aufnehmen. Während des harten Winters 2009/10 wurden diese Bereiche vom Betreiber zusätzlich eisfrei gehalten, um eine optimale Wasserversorgung zu gewährleisten.

    Zielstellung ist die Offenhaltung der Landschaft